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SEPA-Rückgabegründe: was die Codes bei Rücklastschriften bedeuten

Stand: 27. Oktober 2026

Wird eine Lastschrift nicht eingelöst, bucht Ihre Bank den Betrag zurück und nennt einen Rückgabegrund: einen Code aus vier Zeichen wie AM04 oder MD06. Hier lesen Sie, was jeder Code bedeutet, was Sie tun können und welche Fristen gelten.

Im Überblick

  • Typische Codes sind MS03 (Grund nicht angegeben; kann auch fehlende Deckung bedeuten), MD06 (Erstattung auf Verlangen), AC04 (Konto erloschen), MD01 (kein gültiges Mandat) und AM04 (Deckung unzureichend).
  • Bei der Basislastschrift kann der Zahlungspflichtige 8 Wochen lang die Erstattung verlangen, ohne gültiges Mandat 13 Monate lang. Bei der Firmenlastschrift gibt es für autorisierte Lastschriften kein Erstattungsrecht.
  • Lehnt die Bank schon beim Hochladen die ganze Datei ab, ist das kein Rückgabegrund, sondern ein Fehler in der Datei.

Wo der Rückgabegrund steht

Den Code finden Sie im Buchungstext der Rücklastschrift. So kann das auf dem Kontoauszug eines Vereins aussehen, der die Mitgliedsbeiträge für November eingezogen hat:

KontoauszugGirokonto Verein
BuchungVorgangBetrag EUR
03.11.SEPA-Lastschrift-Einzug, 214 PostenMitgliedsbeiträge 11/2026+8.560,00
06.11.SEPA-RücklastschriftMandat M-0412, Mitgliedsbeitrag 11/2026Rückgabegrund MS03 Sonstige Gründe−40,00
06.11.Entgelt Rücklastschrift−3,00
Beispiel: Der Rückgabegrund steht im Buchungstext der Rücklastschrift. Fehlende Deckung melden manche deutschen Banken als MS03. Darstellung und Entgelt unterscheiden sich je nach Bank.

Alle Rückgabegründe im Überblick

Die Codes sind im SEPA-Lastschriftverfahren europaweit einheitlich. Die Tabelle nennt die Bedeutung und was Sie als Gläubiger tun können.

SEPA-Rückgabegründe mit Bedeutung und Empfehlung
CodeBedeutungWas Sie tun können
AC01IBAN fehlerhaftFragen Sie den Zahlungspflichtigen nach der richtigen IBAN und lassen Sie sich die Änderung bestätigen.
AC04Konto erloschen oder aufgelöstFragen Sie nach der neuen IBAN und lassen Sie sich die Änderung bestätigen.
AC06Konto gesperrt, von der Bank oder vom KontoinhaberSprechen Sie den Zahlungspflichtigen an und vereinbaren Sie eine andere Zahlungsweise.
AC13Konto für diese Lastschrift nicht geeignet, z. B. ein Privatkonto bei einer Firmenlastschrift (B2B)Bitten Sie um ein Geschäftskonto. Der Zahlungspflichtige muss das Firmenlastschrift-Mandat bei seiner Bank hinterlegen.
AG01Lastschrift auf diesem Konto nicht erlaubt, z. B. ein SparkontoFragen Sie nach der IBAN eines Girokontos.
AG02Falscher Lastschrifttyp oder falsches Format, z. B. ein einmaliges Mandat erneut verwendetPrüfen Sie den Sequenztyp. Ein Mandat für eine einmalige Lastschrift (OOFF) gilt nur für eine Lastschrift; für weitere Lastschriften brauchen Sie ein Mandat für wiederkehrende Lastschriften.
AM04Deckung unzureichendSprechen Sie den Zahlungspflichtigen an. Senden Sie eine Rechnung oder reichen Sie die Lastschrift später erneut ein.
AM05Doppelte LastschriftPrüfen Sie, ob die erste Lastschrift bereits eingezogen wurde.
BE05Gläubiger-ID fehlerhaft oder ohne Kennzeichnung geändertVerwenden Sie Ihre Gläubiger-ID (in Deutschland von der Deutschen Bundesbank vergeben) und reichen Sie neu ein.
CNORBank des Gläubigers unter dieser BIC nicht erreichbarWenden Sie sich an Ihre Bank.
DNORBank des Zahlungspflichtigen unter dieser BIC nicht erreichbar, z. B. weil sie keine Firmenlastschrift anbietetSprechen Sie den Zahlungspflichtigen oder Ihre Bank an.
ED05Verrechnung zwischen den Banken fehlgeschlagenWenden Sie sich an Ihre Bank.
FF01Ungültiges oder unvollständiges FormatPrüfen Sie die Datei und wenden Sie sich an Ihre Bank.
MD01Kein gültiges MandatZiehen Sie ohne gültiges Mandat nicht erneut ein. Holen Sie ein neues Mandat ein; bei B2B muss der Zahlungspflichtige es bei seiner Bank hinterlegen.
MD02Mandatsdaten fehlen oder sind falschPrüfen Sie Mandatsreferenz und Unterschriftsdatum; bei B2B auch die Hinterlegung bei der Bank des Zahlungspflichtigen.
MD06Erstattung auf Verlangen des Zahlungspflichtigen (Widerspruch)Sprechen Sie den Zahlungspflichtigen an.
MD07Zahlungspflichtiger verstorbenZiehen Sie nicht mehr ein und passen Sie Ihre Unterlagen an.
MS02Vom Zahlungspflichtigen abgelehntSprechen Sie den Zahlungspflichtigen an und vereinbaren Sie eine andere Zahlungsweise.
MS03Grund nicht angegeben (sonstige Gründe); kann auch fehlende Deckung bedeutenSprechen Sie den Zahlungspflichtigen an.
RC01BIC fehlerhaftPrüfen Sie die BIC. Bei Lastschriften innerhalb des EWR genügt die IBAN.
RR01IBAN oder Kennung des Zahlungspflichtigen fehlt (aufsichtsrechtlicher Grund)Reichen Sie mit vollständigen Angaben neu ein.
RR02Name oder Adresse des Zahlungspflichtigen fehlt (aufsichtsrechtlicher Grund)Reichen Sie mit Namen und, falls nötig, Adresse neu ein.
RR03Ihr Name oder Ihre Adresse als Gläubiger fehlt (aufsichtsrechtlicher Grund)Reichen Sie mit vollständigen Angaben neu ein.
RR04Aufsichtsrechtlicher GrundWenden Sie sich an Ihre Bank.
SL01Besondere Leistung der Bank des Zahlungspflichtigen, z. B. eine Lastschriftsperre oder ein HöchstbetragSprechen Sie den Zahlungspflichtigen an.

Die häufigsten Codes erklärt

AM04: Deckung unzureichend

Auf dem Konto des Zahlungspflichtigen war nicht genug Geld. Sprechen Sie ihn an. Sie können eine Rechnung senden oder die Lastschrift später erneut einreichen. Kündigen Sie eine erneute Lastschrift mit Betrag und Datum vorher an (Vorabinformation, ohne andere Vereinbarung mindestens 14 Kalendertage vorher). Ihre Bank berechnet für Rücklastschriften in der Regel ein Entgelt; die Höhe steht in ihrem Preis- und Leistungsverzeichnis. Manche deutschen Banken melden fehlende Deckung nicht als AM04, sondern als MS03.

MD06: Erstattung auf Verlangen (Widerspruch)

Der Zahlungspflichtige hat sich den Betrag von seiner Bank erstatten lassen. Bei der SEPA-Basislastschrift kann er das innerhalb von 8 Wochen nach der Belastung verlangen, ohne einen Grund zu nennen. Ob er Ihnen den Betrag schuldet, ändert sich dadurch nicht. Bei der SEPA-Firmenlastschrift (B2B) gibt es dieses Erstattungsrecht nicht. Klären Sie mit dem Zahlungspflichtigen, warum er die Erstattung verlangt hat und wie er zahlt.

MS03: Grund nicht angegeben

Die Bank des Zahlungspflichtigen nennt keinen Grund. In Deutschland geben manche Banken bestimmte Gründe aus Datenschutzgründen nicht weiter: Die Sparkasse KölnBonn zum Beispiel meldet fehlende Deckung (AM04) und den Tod des Kontoinhabers (MD07) als MS03. In anderen SEPA-Ländern kommt das ebenfalls vor. Sprechen Sie den Zahlungspflichtigen an und rechnen Sie damit, dass einer dieser Gründe dahintersteckt.

AC04: Konto erloschen

Das Konto besteht nicht mehr. Fragen Sie den Zahlungspflichtigen nach seiner neuen IBAN und lassen Sie sich die Änderung schriftlich bestätigen. Bei der nächsten Lastschrift muss die Änderung des Mandats in der Datei gekennzeichnet sein.

AC01: IBAN fehlerhaft

Die IBAN stimmt nicht. Fragen Sie den Zahlungspflichtigen nach der richtigen IBAN und lassen Sie sich die Änderung bestätigen. Einen Tippfehler in einer IBAN erkennen Sie vorher mit der kostenlosen Prüfung: Sie rechnet die Prüfziffer jeder IBAN nach.

MD01: Kein gültiges Mandat

Es liegt kein gültiges Mandat vor. Entweder wurde keines erteilt, oder es ist verfallen, weil 36 Monate lang keine Lastschrift darauf eingezogen wurde. Bei einer Lastschrift ohne gültiges Mandat kann der Zahlungspflichtige die Erstattung bis zu 13 Monate nach der Belastung verlangen. Bei der Firmenlastschrift (B2B) bedeutet MD01 oft, dass der Zahlungspflichtige das Mandat nicht bei seiner Bank hinterlegt hat.

MD07: Zahlungspflichtiger verstorben

Der Kontoinhaber ist verstorben. Ziehen Sie nicht mehr ein, passen Sie Ihre Unterlagen an und klären Sie offene Beträge auf anderem Weg.

SL01: Besondere Leistung der Bank

Die Bank des Zahlungspflichtigen hat die Lastschrift aufgrund einer Vereinbarung mit ihm nicht eingelöst, etwa wegen einer Lastschriftsperre für Ihre Gläubiger-ID oder eines Höchstbetrags. Sprechen Sie den Zahlungspflichtigen an.

Zurückweisung, Rückgabe und Erstattung

Eine Lastschrift kann auf drei Wegen zurückkommen. Die Codes stammen aus derselben Liste; unterschiedlich ist der Zeitpunkt.

VorgangWer und wannTypische Gründe
ZurückweisungIhre Bank oder die Bank des Zahlungspflichtigen, vor der BelastungFalsche IBAN, fehlerhaftes Format, Konto aufgelöst
RückgabeDie Bank des Zahlungspflichtigen, kurz nach dem FälligkeitstagDeckung unzureichend, Konto gesperrt, Lastschriftsperre
ErstattungAuf Verlangen des Zahlungspflichtigen: Basislastschrift bis 8 Wochen nach der Belastung, ohne gültiges Mandat bis 13 MonateMD06, MD01

Fehler wie eine falsche IBAN oder fehlende Mandatsdaten lassen sich vor dem Einreichen finden. Die kostenlose Prüfung rechnet die Prüfziffer jeder IBAN nach und prüft Gläubiger-ID, Mandatsreferenz und Unterschriftsdatum.

Häufige Fragen

Was ist eine Rücklastschrift?

Eine Lastschrift, die die Bank des Zahlungspflichtigen nicht eingelöst hat oder deren Erstattung der Zahlungspflichtige verlangt hat. Ihre Bank bucht den Betrag dann von Ihrem Konto zurück und nennt einen Rückgabegrund aus vier Zeichen, zum Beispiel AM04.

Wie lange kann eine Lastschrift zurückgegeben werden?

Bei der SEPA-Basislastschrift kann der Zahlungspflichtige innerhalb von 8 Wochen nach der Belastung ohne Angabe von Gründen die Erstattung verlangen. Lag kein gültiges Mandat vor, kann er sie bis zu 13 Monate nach der Belastung verlangen. Bei der Firmenlastschrift (B2B) gibt es für autorisierte Lastschriften kein Erstattungsrecht.

Darf ich nach einer Rücklastschrift erneut einziehen?

Bei AM04 (Deckung unzureichend) können Sie die Lastschrift erneut einreichen, am besten nach Rücksprache mit dem Zahlungspflichtigen. Kündigen Sie die erneute Lastschrift mit Betrag und Datum vorher an; ohne andere Vereinbarung mindestens 14 Kalendertage vorher. Bei MD01, MD06, MS02 oder AC04 sollten Sie nicht ohne Klärung erneut einziehen: Ohne gültiges Mandat, gegen den Willen des Zahlungspflichtigen oder auf ein aufgelöstes Konto kommt die Lastschrift in der Regel wieder zurück.

Wo finde ich den Rückgabegrund?

Im Buchungstext der Rücklastschrift auf Ihrem Kontoauszug oder in den Umsatzdetails im Online-Banking. Verarbeiten Sie Ihre Umsätze elektronisch (camt.053 oder camt.054), steht der Code im Feld für den Rückgabegrund.

Meine Bank lehnt die ganze Datei ab. Ist das auch ein Rückgabegrund?

Nein. Ein Rückgabegrund betrifft eine einzelne Lastschrift. Lehnt Ihre Bank schon beim Hochladen die ganze Datei ab, liegt der Fehler in der Datei selbst, zum Beispiel im Format oder in den Summen. Prüfen Sie die Datei dann kostenlos; Sie sehen sofort, wo der Fehler liegt.

Quellen