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Rückgabegrund MD01: Lastschrift ohne gültiges Mandat

Stand: 28. Oktober 2026

MD01 bedeutet „kein gültiges Mandat“. Die Bank des Zahlungspflichtigen gibt die SEPA-Lastschrift zurück, weil kein Mandat vorliegt, es widerrufen oder verfallen ist oder die Mandatsdaten nicht passen. Bei der Firmenlastschrift kann MD01 auch heißen, dass der Zahlungspflichtige das Mandat nicht bei seiner Bank bestätigt hat.

Code
MD01
Bedeutung laut Regelwerk
No valid mandate; bei der Firmenlastschrift auch: keine Bestätigung des Mandats; bei Erstattungen: nicht autorisierte Lastschrift
ISO-Bezeichnung
No Mandate
Art der Rückbuchung
Zurückweisung, Rückgabe oder Erstattung bis 13 Monate nach der Belastung
Verfahren
Basislastschrift und Firmenlastschrift
Erneut einziehen?
Nein, erst mit einem gültigen Mandat

Was MD01 bedeutet

Der European Payments Council nennt diese Fälle: Es gibt kein Mandat; der Zahlungspflichtige hat das Mandat widerrufen; das Mandat ist verfallen, weil 36 Monate lang keine Lastschrift darauf eingereicht wurde; bei der Firmenlastschrift hat der Zahlungspflichtige das Mandat seiner Bank nicht bestätigt; bei der Basislastschrift verlangt der Zahlungspflichtige die Erstattung einer nicht autorisierten Lastschrift, bis zu 13 Monate nach der Belastung.

Auch fehlerhafte Mandatsdaten führen zu MD01: Als Ursachen auf Seiten des Gläubigers nennt der EPC eine fehlende Mandatsreferenz und eine Mandatsreferenz, die nicht zu den Mandatsdaten passt. Eine Sparkasse weist außerdem darauf hin, dass sie den Code MD02 (Mandatsdaten fehlen oder sind falsch) als MD01 weitergibt, weil MD02 im XML-Format nicht zugelassen ist.

Was Zahlungspflichtiger und Gläubiger sehen

Als Zahlungspflichtiger

Haben Sie eine Lastschrift ohne Mandat bemerkt, können Sie bei der Basislastschrift bis zu 13 Monate nach der Belastung die Erstattung verlangen (§ 676b BGB). Ihre Bank kann dafür über die Bank des Gläubigers eine Kopie des Mandats anfordern.

Kommt MD01, weil Sie eine Firmenlastschrift nicht bestätigt haben, sehen Sie auf Ihrem Konto keine Belastung.

Als Gläubiger

Ihre Bank bucht den Betrag zurück und nennt MD01. Bei einer Erstattung wegen fehlender Autorisierung kann das noch viele Monate nach dem Einzug geschehen.

Kontoauszug des GläubigersGirokonto Verein
BuchungVorgangBetrag EUR
03.11.SEPA-Lastschrift-Einzug, 214 PostenMitgliedsbeiträge 11/2026+8.560,00
05.11.SEPA-RücklastschriftMandat M-0412, Mitgliedsbeitrag 11/2026Rückgabegrund MD01 Kein gültiges Mandat−40,00
05.11.Entgelt Rücklastschrift−3,00
Beispiel: So kann eine Rücklastschrift mit MD01 auf dem Kontoauszug des Gläubigers aussehen. Darstellung und Entgelt unterscheiden sich je nach Bank.

Typische Ursachen

  • Es liegt kein unterschriebenes Mandat vor.
  • Der Zahlungspflichtige hat das Mandat widerrufen.
  • Das Mandat ist verfallen: 36 Monate ohne Lastschrift.
  • Die Mandatsreferenz fehlt oder passt nicht zum Mandat, etwa nach einer Umstellung der Mandatsnummern ohne Änderungskennzeichen.
  • Firmenlastschrift: Der Zahlungspflichtige hat das Mandat nicht bei seiner Bank bestätigt.

Was Sie als Zahlungspflichtiger tun können

  1. Prüfen Sie, ob Sie dem Gläubiger ein Mandat erteilt haben. Hat er ohne Mandat abgebucht, verlangen Sie die Erstattung bei Ihrer Bank: innerhalb von acht Wochen ohne Begründung, danach bis zu 13 Monate nach der Belastung.
  2. Haben Sie eine Firmenlastschrift zugesagt, bestätigen Sie das Mandat bei Ihrer Bank auf dem Weg, den sie vorsieht.
  3. Möchten Sie weiter per Lastschrift zahlen, unterschreiben Sie ein neues Mandat.

Was Sie als Gläubiger tun können

  1. Ziehen Sie nicht erneut ein, bevor ein gültiges Mandat vorliegt. Ohne Mandat kann der Zahlungspflichtige jede Basislastschrift bis zu 13 Monate lang zurückfordern.
  2. Prüfen Sie Mandatsreferenz, Unterschriftsdatum und Gläubiger-ID in Ihrer Datei. Die kostenlosen SEPA-Prüfung meldet fehlende Mandatsreferenzen, unzulässige Zeichen, ein Unterschriftsdatum in der Zukunft und eine ungültige Gläubiger-ID. Ob ein unterschriebenes Mandat existiert, kann sie nicht wissen.
  3. Holen Sie ein neues Mandat ein, zum Beispiel mit der kostenlosen Vorlage für das SEPA-Lastschriftmandat.
  4. Firmenlastschrift: Bitten Sie den Zahlungspflichtigen, das Mandat bei seiner Bank zu bestätigen, bevor Sie erneut einreichen.
  5. Achten Sie auf die 36-Monats-Regel: Reichen Sie auf ein Mandat 36 Monate lang keine Lastschrift ein, dürfen Sie es nicht mehr nutzen und brauchen ein neues.

Fristen

Fristen rund um MD01
FallBasislastschriftFirmenlastschrift
Zurückweisung oder Rückgabevor der Belastung oder bis 5 Bankarbeitstage danachvor der Belastung oder bis 3 Bankarbeitstage danach
Erstattung einer nicht autorisierten Lastschriftbis 13 Monate nach der Belastungkeine Erstattung autorisierter Lastschriften
Mandat ohne Lastschriftverfällt nach 36 Monatenverfällt nach 36 Monaten

Ähnliche Rückgabegründe

Häufige Fragen

Wie lange kann eine Lastschrift ohne Mandat zurückgefordert werden?

Bei der SEPA-Basislastschrift bis zu 13 Monate nach der Belastung. Innerhalb der ersten acht Wochen geht das ohnehin ohne Begründung.

Wann verfällt ein SEPA-Mandat?

Wenn 36 Monate lang keine Lastschrift darauf eingereicht wurde, gerechnet ab der letzten Lastschrift, auch wenn diese zurückkam. Außerdem endet es mit einem Widerruf, und ein Mandat für eine einmalige Lastschrift gilt nur für diese eine.

Warum kommt MD01 bei einer Firmenlastschrift?

Zum Beispiel, weil der Zahlungspflichtige das Mandat nicht bei seiner Bank bestätigt hat. Die Bank prüft jede Firmenlastschrift gegen die bestätigten Mandatsdaten und gibt sie ohne Bestätigung zurück.

Hilft die kostenlose Prüfung bei MD01?

Sie findet fehlende oder fehlerhafte Mandatsdaten in der Datei, etwa eine fehlende Mandatsreferenz oder ein Unterschriftsdatum in der Zukunft. Ob ein unterschriebenes Mandat vorliegt, kann nur der Gläubiger prüfen.

Quellen